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Aus der Chronik einer erfolgreichen sportlichen Entwicklungeines Dorfes

Es soll im Jahre 1894 gewesen sein, so bezeugen es einige wenige Dokumente und Überlieferungen, als sich im Dorf einige sportbegeisterte Einwohner zu­sammenfanden, um gemeinsam Sport zu treiben. Im Dorf gab es keinen Sportplatz. So wurde eine Wiese hinter dem Gast­hof für sportliche Übungen ausgewählt. Im Mittelpunkt standen am Anfang Tur­nen und Leibesübungen; das waren die ersten sportlichen Versuche. Treffpunkt war der Gasthof, gleichzeitig Vereins­heim und Einkehrstätte für manche Geselligkeit. So entstand im Arbeiter-Sportverein 1910 eine Laienspiel- und Theatergruppe. Ihr gehörten die Mühl­bacher Paul Gerstner, Karl Kaden, die Frauen Langhammer, Reichel und Vogel, Martin Wickleder, Gustav Kunke, Her­mann Hänig, Bruno Kühnke und andere an. In dieser Zeit wurde aber zur Freude der Dorfbewohner so manches Theater­stück aufgeführt. Mit Beginn des 1. Welt­krieges 1914 wurde die Gruppe aufgelöst.

Zu sportlichen Vergleichen gelangte man per Rad oder zu Fuß in die Nachbarorte Niederwiesa, Frankenberg, Flöha, Oe-deran oder Schönerstadt. Man trieb zur ei­genen Freude Sport und Leibeserziehung. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 wurde jeder Sportbetrieb jäh beendet.

Die Männer mussten ihren Sportdress mit der Uniform tauschen. Nach dem Weltkrieg 1918 dachte kaum einer daran, wieder mit dem Sport zu beginnen. Viele andere lebenswichtige Probleme galt es zu lösen. Doch schon Anfang der 20er Jahre begann man wieder, den Sport im Dorf zu organisieren. Es bildeten sich zwei Verei­ne, ein bürgerlicher Sportverein und ein Arbeiter-Sportverein.

 

 

Beide nutzten den Saal des Gasthofes und einen inzwischen entstandenen Geräte­schuppen. Der ehemals angelegte kleine Sportplatz wurde mit einer Sprunggrube erweitert.

Reck, Barren, Pferd und ein Ballfangnetz wurden angeschafft sowie andere Sportgerate gekauft. Der Fabrikbesitzer Kaden aber auch Gastwirt Max Kreißig förder­ten den Sport und standen hilfreich zur Seite. Ein reges, sportliches Treiben ent­stand im Dorf. Bei Schul- und Heimat­festen sowie anderen Veranstaltungen waren die Sportler von Mühlbach gern gesehene Gäste.

Die Eheleute Dathe nahmen als Sportler amArbeitersportfest 1920 in Leipzig teil. Auch eine Faustballmannschaft, da­mals eine beliebte Sportart, wurde gebil­det. So gab es im Ort bis 1933 eine rege sportliche Beteiligung. Viele Einwohner waren daran beteiligt.

Mit dem Machtantritt Hitlers wurden als erstes die Arbeitersportvereine verboten. Alle übrigen Vereine wurden zu einem „Reichsbund für Leibeserziehung" zu-sammengefasst, mit dem Ziel, über die Leibeserziehung gute Soldaten zu erziehen.

Der Sportplatz diente dem „Jungvolk" an schulfreien Sonnabenden für Übungen, um die „Reichssiegernadel im Dreikampf zu erringen.

Das Motto der Jugendwettkämpfe in der Folgezeit war: „Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder und flink wie ein Windhund".

Für die Sportler, die sich nur noch zeit­weise sportlich betätigten, war das eine schlimme Zeit. Viele Soldaten kehrten aus dem verheerenden Weltkrieg nicht zurück.
 


 Schul- und Sportfest auf dem Platz hinter dem „Lindengarten" des Gasthofs Mühlbach