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Vom Werden und Entstehen einer Sprungschanze in Mühlbach

Das Springen auf einer „Buckelschanze" auf Bruno Hayn's Wiesen genügte den Enthusiasten Gerstner und Naumann nicht mehr. Es sollte eine richtige Schanze entstehen. Es wurden Pläne geschmiedet und dazu Genehmigungen eingeholt. 1955 war es dann soweit. Die Begeisterung und Unterstützung war enorm. Das Holz für den Bau wurde im Sommer im Wald von Bruno Hayn geschlagen und mit dem Bau begonnen.

 

Auf der Baustelle in Hayn's Hof wurde von den Zimmerleuten H. Wickleder, L, Gerstner und Horst Baumann und vielen Helfern fleißig an der Sprungschanze gezimmert.

Der Hof im Gut vonHayn's wurde zum Bauplatz und der Anlaufturm (8 Meter hoch) gezimmert. Die Leitung hatten die Zimmerleute Her­bert Wickleder, Lothar Gerstner, Horst Baumann und weitere Helfer.
 


In mühevoller Kleinarbeit entsteht die Schanze

Das Bauheben wurde im Herbst 1955 zünftig gefeiert und am 12. Januar 1956 war es dann soweit. Die Schanze stand und konnte eingeweiht werden. Sie erhielt den Namen „Jugendschanze und sie wurde auch richtig getauft. Viele Mühlbacher waren zur Einweihung gekommen. Ein Rahmenprogramm mit Skikjöring sorgte im Dorf für Spektakel, als die Motorräder mit einem „Skinachläufer" vom Gasthof im Unterdorf bis zum Sportlokal Karl Eckert durch das Dorf fegten! Die Schanze ließ Sprünge bis zu 18 Meter zu. Das reichte aber bald nicht mehr. Der Anlauf wurde um 6 Meter verlängert und auch der Aufsprunghang noch im Profil erweitert. Die Pläne dazu schickte Lothar Gerstner vom Schanzenbaumeister Heini Klopfer aus Obersdorf.

 

Nun konnte auf der Schanze weiter gesprungen werden. Frank Böhme stellte einen Schanzenrekord von 23 Metern auf. Eine Lichtanlage wurde gebaut. Nachtspringen konnten nun durchgeführt werden. Eingeladen wurden dazu Wintersportler aus den umliegenden Orten. Sie waren begeistert von dieser Anlage, die jetzt noch durch einen Kampfrichterturm erweitert wurde. Klaus Richter war der Initiator und viele Helfer waren wieder dabei.


Der Bakken steht,(v.l.n.r.)R.Naumann,U. Wickleder, H. Nestler, Br. Hayn, K. Dahte, W. Trepke, Ch. Hayn, B. Fritsche, Fr. Böhme, M. Hayn, H. Wickleder

 

Mit dem Bau eines Skiliftes wurde das beschwerliche Aufsteigen am Schanzenhang wesentlich erleichtert. So konnte das Training immer weiter verbessert werden. Allen machte es riesigen Spaß, hier an der Schanze zu trainieren und zu springen. Man wollte aber noch größere Sprünge machen. So entstand der Gedanke, in der Wüstung am Waldhang noch eine größere Schanze zu bauen. 1960 wurde in dem Wald eine Schneise geschlagen und eine ideale Naturschanze war entstanden.


Das erste Springen 1958 auf der Jugendschanze". Werner Hahn bei seinem Sprung. Viele Zuschauer verfolgten das Springen.

Heinz Vogel aus Oederan sprang zum Weihespringen immerhin 34 Meter weit. Aber leider war es das einzige Springen und Sprungergebnis. Nicht bedacht war, dass diese Anlage am Südhang lag und der Schnee schnell wieder wegschmolz. Mit den Jahren wurde die Schanze im Oberdorf alt und baufällig. Zu deren Erhalt fehlten nach der Wende das geld für Reparaturen. Außerdem wurden die Winter immer milder mit weniger Schnee. So wurde der Beschluss gefasst, 1995 dieses Bauwerk abzureißen.