Herzlichen Glückwunsch! Lutz Glauche kommt mit 3 Goldmedaillen von den Internationalen Masters nach Mühlbach
Lutz, dreifaches Gold bei einem internationalen Masters-Wettkampf in Tschechien – hast du damit gerechnet?
Lutz Glauche: Ganz ehrlich: Natürlich fährt man nicht zu so einem Wettkampf, um nur dabei zu sein. Aber dass es gleich dreimal Gold wird, ist schon etwas Besonderes. Der 60-Meter-Lauf, die 200 Meter und der Weitsprung – das hat richtig Spaß gemacht.
Deine Zeiten über 60 und 200 Meter waren 9,40 beziehungsweise 30,37 Sekunden. Wie zufrieden bist du damit?
Sehr zufrieden. Gerade die 200 Meter waren für mich ein Highlight, denn die Zeit war eine neue persönliche Bestleistung. Da merkt man, dass sich das Training lohnt. Wenn man im Ziel steht und weiß, dass man schneller war als je zuvor, ist das natürlich ein tolles Gefühl.
Und im Weitsprung hast du mit 3,94 Metern gleich noch einmal ordentlich nachgelegt.
Ja, da lief es ebenfalls richtig gut. Ich bin 23 Zentimeter weiter gesprungen als eine Woche zuvor bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften. Das war natürlich eine schöne Überraschung.
Drei Disziplinen, drei Siege – hattest du danach überhaupt noch Energie übrig?
Beim Weitsprung hat man schon gemerkt, dass die Kräfte langsam nachlassen. Nach den beiden Sprints war ein bisschen der Saft raus. Aber solange die Beine noch mitmachen, wird gesprungen. (lacht)
Du bist erst mit dem Eintritt ins Rentenalter wieder zur Leichtathletik zurückgekehrt. Was hat dich daran gereizt?
Ich wollte einfach wieder sportlich aktiv sein und schauen, was noch möglich ist. Die Leichtathletik hat mich immer fasziniert. Und inzwischen macht es mir wieder richtig viel Spaß mich auf Wettkämpfe vorzubereiten und dann zu sehen, was dabei herauskommt.
In Lovosice war das Starterfeld international besetzt. Sportler aus Brasilien, Curaçao, Japan, Äthiopien, der Türkei und den USA waren dabei. Wie fühlt sich das an?
Das ist schon etwas Besonderes. Man trifft Sportler aus ganz unterschiedlichen Ländern und kommt trotzdem über den Sport sofort miteinander ins Gespräch. Das macht die besondere Atmosphäre eines solchen Wettkampf aus. Es war fast wie eine kleine Weltmeisterschaft.
Und wie wichtig ist bei so einem langen Wettkampftag die Erholung zwischen den Disziplinen?
Sehr wichtig. Zwischen den Wettkämpfen muss man versuchen, ein bisschen herunterzufahren und neue Kraft zu sammeln. Deshalb war es auch schön, dass es vor Ort ein kleines Camp gab, in dem man sich in den Pausen etwas erholen konnte.
Du hast gerade erst bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften deinen Doppeldebüt gefeiert und eine Woche später schon drei Goldmedaillen gewonnen. Was sagt das über deine aktuelle Form?
Ich glaube, die Form stimmt ganz gut. (lacht) Natürlich gehört auch immer ein bisschen Glück dazu, und man muss gesund bleiben. Aber momentan macht es einfach Freude, und solange das so ist, möchte ich weitermachen.
Was ist für dich das Schönste daran, mit 71 noch solche Leistungen abzurufen?
Dass man sich selbst immer wieder überraschen kann. Man denkt vielleicht: „Mal sehen, was noch geht.“ Und dann kommt plötzlich eine neue Bestzeit heraus oder man springt weiter als beim letzten Wettkampf. Das motiviert natürlich ungemein.
Nach dreimal Gold – darf man schon nach den nächsten Zielen fragen?
Klar! Ich will auf jeden Fall weitertrainieren und schauen, wie weit ich noch komme. Aber jetzt steht erst einmal die Erholung auf dem Programm. Danach sehen wir weiter. Wichtig ist für mich vor allem, dass der Spaß bleibt – dann kommt der Rest meistens von allein.
Bild: Lutz Glauche

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